Schweizer Fernsehen; Samstag, 5. Mai 2012
Die Aufforderung des UNO-Sicherheitsrats zu einer Einstellung aller Feindseligkeiten zwischen dem Sudan und dem Südsudan scheinen zu fruchten. Seitens des Südsudans heisst es: «Es passiert nichts, hoffen wir es wenigstens.»
Die vom UNO-Sicherheitsrat gesetzte Frist zur Einstellung der Kämpfe lief am Freitag um 17 Uhr mitteleuropäische Zeit ab. Der Sudan erklärte die Kämpfe für beendet, kündigte aber an, weiter gegen südsudanesische Einheiten auf dem eigenen Staatsgebiet vorgehen zu wollen.
Bombenanschläge vor der Waffenruhe
Der südsudanesische Armeesprecher sagte, die Lage sei ruhig. Zugleich hielt er den Truppen des Sudan vor, noch am Morgen schwere Artillerie eingesetzt zu haben. Zehn Bomben sollen in der ölreichen Region nahe der Grenze beider Länder abgeworfen worden sein. Zwei Zivilisten seien verletzt worden.
Der sudanesische Aussenamtssprecher sagte, die eigenen Truppen hätten ihre Kampfhandlungen jenseits der Grenze eingestellt. «Aber auf unserem eigenen Gebiet werden wir kämpfen, bis die Truppen Südsudans zurückgezogen sind.»
Streit um Rohstoffe
Der Südsudan war erst im vergangenen Juli nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen (1955-72 und 1983-2005) unabhängig vom Sudan geworden. Seither streiten beide Länder unter anderem um rohstoffreiche Grenzregionen, Öleinahmen und Weidegründe. Die Lage war zuletzt so eskaliert, dass Beobachter einen neuen Krieg zwischen beiden Staaten befürchten.
(ape/sda/mery; buev)
Schweizer Fernsehen, 30. April 2012
Der Sudan hat die Ausweisung von rund 12'000 südsudanesischen Flüchtlingen verfügt. Die in einem Lager südlich der Hauptstadt Khartum lebenden Menschen müssten das Land binnen einer Woche verlassen.
Von den Ausweisungen berichtete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur Suna über eine Anordnung des betreffenden Bundesstaats Weisser Nil. Zur Begründung hiess es, die in Zelten und scheunenartigen Gebäuden lebenden Flüchtlinge seien eine Gefahr für die Sicherheit der Region um die Stadt Kosti.
Ausreisen sind geplant.
Die Flüchtlinge warten in Kosti schon seit längerem darauf, über den Fluss Weisser Nil in den Südsudan ausreisen zu können. Laut der örtlichen Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gibt es derzeit ausreichend Mittel, um etwa 7000 Menschen fristgerecht auf Schiffen in den Südsudan zu bringen.
Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass auch den verbleibenden rund 5000 Flüchtlingen bis zum 5. Mai die Ausreise ermöglicht werden könne.
Weit mehr Flüchtlinge im Sudan
Der Sudan und der Südsudan hatten sich in den vergangenen Wochen schwere Gefechte an ihrer gemeinsamen Grenze geliefert. Besonders heftig wurde um das Ölfeld Heglig gekämpft, das zum Norden gehört, Anfang April aber kurzzeitig vom Süden besetzt wurde.
Der Südsudan geht davon aus, dass sich nach seiner Unabhängigkeit im Juli 2011 derzeit noch etwa 350'000 flüchtige Landsleute im Sudan aufhalten. Ihnen war von den dortigen Behörden aufgetragen worden, bis zum 8. April entweder das Land zu verlassen oder sich offiziell zu registrieren.
(sda/afp/engf)
MSF unterstützt Gesundheitseinrichtungen in der Nähe der Grenze zum Sudan und hilft den Vertriebenen an verschiedenen Orten im Land
Im Laufe der vergangenen sechs Wochen sind über 6'000 Menschen vor den Konflikten in Süd-Kordofan geflüchtet.
Die Gewalt zwischen dem Sudan und Südsudan reisst nicht ab. MSF weitet deshalb die Nothilfemassnahmen nochmals aus, versorgt Verletzte nach den jüngsten Auseinandersetzungen, stattet Gesundheitseinrichtungen mit zusätzlichem Personal und Material aus und hilft den Menschen, die durch die Kämpfe vertrieben wurden.
In Aweil und Agok leistet MSF lebensrettende chirurgische Hilfe für die Verletzten der letzten Kämpfe. Die Organisation hat ihre chirurgischen Kapazitäten ausgeweitet, um auch im Falle einer Verschlechterung der Situation sofort reagieren zu können.
Ausserdem hat MSF den Spitälern in Abiemnom und Bentiu, im Staat Unity, Medikamente und medizinisches Material gespendet. Beide Einrichtungen waren wegen der letzten Kämpfe mit einem grossen Zustrom von Verletzten konfrontiert. Zwei medizinische Mitarbeiter von MSF unterstützen zusätzlich das Spital in Bentiu.
Entlang der nördlichen Grenze des Staates Unity versorgt MSF die sudanesischen Flüchtlinge im Lager Yida mit lebensrettender medizinischer Hilfe und stellt sauberes Wasser zur Verfügung. Im Laufe der vergangenen sechs Wochen sind über 6'000 Menschen vor den Konflikten in Süd-Kordofan geflüchtet. Angesichts der nahenden Regenzeit und der wachsenden Bedürfnisse der Bevölkerung erhöht MSF ihre Kapazitäten, um den Menschen angemessene medizinische Pflege zu leisten und um sich dem Umgang mit Epidemien zu widmen. Durchschnittlich führen die MSF-Teams im Lager in Yida 200 Konsultationen pro Woche durch, und 40 Menschen werden ins Spital überwiesen.
Unterdessen verteilten MSF-Teams in der umstrittenen Region Abyei mithilfe von mobilen Kliniken Material zum Bau von Unterkünften sowie lebensnotwendige Güter wie Decken, Seife und Küchenutensilien an die vertriebenen Menschen. In Rumaner, wo sich die Anzahl Vertriebener in den wenigen Tagen verdreifacht hat, verteilte MSF Hilfsgüter an rund 1'120 Menschen, zum Grossteil Frauen und Kinder.
Wettlauf gegen die Zeit
Zusätzlich zu den Aktivitäten im Zusammenhang mit den Konflikten entlang der Grenze leistet MSF nach wie vor medizinische Hilfe in den Flüchtlingslagern Jamam und Doro im Bundesstaat Upper Nile. Mittlerweile leben in diesen zwei Lagern an die 90'000 Menschen, die vor der Gewalt im sudanesischen Bundesstaat Blue Nile geflüchtet sind. Die Zahl der Flüchtlinge wächst fortwährend, und Wasser wird immer knapper. Für MSF und andere Organisationen hat ein wahrer Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Medikamente und medizinisches Material müssen jetzt so rasch wie möglich in die Lager transportiert werden, da nach Ausbruch der Regenzeit die Strassen in diese abgeschnittene Region nicht mehr passierbar sind.
Die letzten Gewaltausbrüche sind aber nicht das einzige Problem, womit der Südsudan zu kämpfen hat: Auch eine zunehmende Nahrungsmittelunsicherheit, ein ständiger Strom von Vertriebenen, die Ausbreitung von verschiedenen ansteckenden Krankheiten sowie starke Spannungen zwischen verfeindeten Gruppen machen dem Südsudan zu schaffen...
Es gibt einen Südsudan Kalender 2012 mit dem Titel:
Der neue Südsudan - endlich unabhängig. The new South Sudan - independent a last.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei
Initiative Südsudan e.V.; Postfach 2329; D-37013 Göttingen,
oder per E-Mail: post(at)suedsudan.de.
Wir schicken ihnen gerne einen Kalender gegen Porto-Erstattung zu.
Mit besten Wünschen, das Initiative Südsudan-Team, Göttingen.
George Clooney initiated the Satellite Sentinel Project (SSP) while on an October 2010 trip to Southern Sudan with Enough Project Co-founder John Prendergast. SSP combines satellite imagery analysis and field reports with Google's Map Maker technology to deter the resumption of war between North and South Sudan. The project provides an early warning system to deter full-scale civil war between Northern and Southern Sudan and to promote greater accountability for mass atrocities by focusing world attention and generating rapid responses on human rights and human security concerns.
23.12.2011: Während der Südsudan vor einer Hungerkrise steht, sucht die Weltbank nach privaten Investoren, um das Land aufzubauen. Doch die Hindernisse sind hoch.
Dienstag, 20.12.2011
Missernten und weiter andauernde Konflikte mit dem Norden verursachen im neugegründeten Staat Südsudan eine humanitäre Krise. Eine Luftbrücke der UN soll nun den 50 000 Flüchtlingen helfen.
20.12.2011, Von Benno Müchler
Kaum Strom, schlechtes Internet, ein löchriges Mobilfunknetz: Im Südsudan versuchen Zeitungsmacher trotz aller Widerstände eine freie Presse aufzubauen. Doch den Journalisten stehen im jüngsten Land der Welt nicht nur technische Probleme im Weg.
und weiter unter:
Die Süddeutsche Zeitung berichtet darüber, wie schwierig es ist, eine kritische Tageszeitung in Südsudan herauszugeben. In dem Land, das erst vor kurzem seine Unabhängigkeit errungen hat, gibt es regelmäßige Stromausfälle, viele ungeteerte Straßen, unzureichenden Internetzugang und ein schlechtes Mobilfunknetz. Auch die Ressourcen sind knapp, vom Zeitungspapier über die Druckfarbe bis zum Personal. Zusätzlich müssten sich die Reporter vor der neuen Regierung in Acht nehmen. Viele Journalisten seien bereits für ihre Berichterstattung, z.B. über Korruption, inhaftiert.
Frauen & Kinder | 19.12.2011, Anne Kerlin
Schwere Last: Der Staatsaufbau Südsudans wird wesentlich von Frauen gestemmt.
Südsudan, der jüngste, aber zugleich auch einer der ärmsten Staaten der Welt, wurde am 9. Juli dieses Jahres gegründet, begleitet von enormen Herausforderungen und Hoffnungen. Der Staatsaufbau ist in vollem Gange. Die Einbeziehung von Frauen auf allen Ebenen und die Stärkung ihrer Rechte und Partizipationsmöglichkeiten stellt dabei laut UN ein wesentliches Entwicklungsmaß dar.
Ärzte Zeitung online, 20.12.2011
ADDIS ABEBA/NAIROBI (dpa). Die Vereinten Nationen haben am Dienstag damit begonnen, Flüchtlinge im Südsudan auf dem Luftweg mit Hilfslieferungen zu versorgen.
Schwarz, Weiß, Rot, Grün, Blau und Gelb sind die offiziellen Farben des Südsudan. Die neue Staatsflagge war ursprünglich das Symbol der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) und wurde 2005 als Flagge der autonomen Region Südsudan übernommen.
Die Farben stehen für die Identität und prägenden Merkmale des Landes: Schwarz symbolisiert die schwarzafrikanische Bevölkerung des Südsudan, Weiß steht für den Frieden, die Farbe Rot für das Blut, das während des Bürgerkriegs geflossen ist. Grün steht für das landwirtschaftliche Potenzial Südsudans, während die Farbe Blau den Nil darstellt. Der gelbe Stern symbolisiert die Einheit der zehn sudanesischen Bundesstaaten, aus denen der neue Staat hervorgegangen ist.
Quelle: Quelle: dpa, 09.07.2011
Unser Südsudankalender 2011
Südsudan 2011 - Referendum - Entscheidung für eine friedliche Zukunft
Southern Sudan 2010 - Referendum - A Choise for a Peaceful Future
Deckblatt
Das Recht auf Selbstbestimmung
Zum allerersten Mal seit dem Ende des Kolonialismus wird der Bevölkerung einer früheren Kolonie in einem Referendum das Recht auf Selbstbestimmung zugestanden. Zuvor war eine Veränderung der von ehemaligen Kolonialherren geschaffenen Grenzen Afrikas in dieser Form unmöglich. Am 9. Januar 2005 unterzeichneten die Vertreter der beiden Kriegsparteien Süd- und Nordsudans das Friedensabkommen, Comprehensive Peace Agreement (CPA), das für Südsudan ein Referendum mit der Option zur Unabhängigkeit beinhaltet.
Die drei zentralen Elemente des CPA sind die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit zwischen der NCP, und der SPLM und einer Autonomieregierung für Südsudan, in der die SPLM die Mehrheit hat. Das zweite Element sind die Präsidentschafts-, Parlaments- und Gouverneurswahlen, die für 2009 geplant waren und im April 2010 stattgefunden haben - verspätet und unter Boykott vieler Oppositionsparteien. Die Durchführung des Referendums in Südsudan als dritter Baustein aber war es, der für die SPLM wesentlich war und sie zum Friedensschluss bewog.
Südsudanesen konnten vom 9. bis 15 Januar 2011 zwischen den beiden Optionen Einheit oder Sezession wählen.Das offizielle Endergebnisse wurde von der Südsudan Referendums Kommission Anfang Februar 2011 bekannt gegeben. Eine überwältigende Mehrheit der Südsudanesen stimmte für die Trennung vom Norden und für die Unabhängigkeit.
Detaillierte Hintergrundinformationen finden sie in unserem Südsudan Kalender 2011.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Initiative Südsudan e.V.; Postfach 2329; D-37013 Göttingen, oder per E-Mail: post(at)suedsudan.de. Wir schicken ihnen gerne einen Kalender gegen Porto-Erstattung und einer Spende von 3,00 Euro pro Stück zu.
Januar 2011
November 2011
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Jede Zivilisation ist daran zu messen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht.
Mahatma Gandhi
Diese Informationen finden Sie auf der Seite Aktuelles unter Politik