Die Bevölkerung

Mit ca. 28-30 Millionen Einwohnern ist das Land sehr dünn besiedelt, hat aber eine äußerst große Vielfalt an verschiedenen Kulturen und Sprachen: 572 Ethnien bzw. Volksgruppen. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 55 Jahre, die Analphabetenrate beläuft sich auf 54%.

Die Bevölkerung des gesamten Sudans war noch nie homogen - weder in der Geschichte noch in der Gegenwart: 75% der sudanesischen Bevölkerung sind AfrikanerInnen, ca. 20% sind Araber oder gehören zu arabisierten Ethnien, d.h. zu Gruppen, die ihre afrikanische Kultur aufgrund von Assimilation aufgegeben haben. Ca. 5% der Bevölkerung sind Kopten, Europäer, Asiaten u.a. In der Literatur wird der Sudan trotz dieser Vielfalt an Kulturen häufig als arabischer Staat bezeichnet.

Im Nordsudan lebten in Friedenszeiten ca. 70% der Gesamtbevölkerung. Die ansässigen Nordsudanesen verstehen sich zum Teil als Araber und zum größten Teil als Muslime. Khartoum und die beiden Nachbarstädte Khartoum Nord (Bahri)und Omdurman am Zusammenfluß des Weißen und des Blauen Nils bilden das größte Ballungszentrum des Sudans. Diese drei Städte sind nicht nur das politische, sondern auch das gewerbliche und industrielle Zentrum des Landes.

Im Südsudan lebten in Friedenszeiten ungefähr 30% der Bevölkerung (7-9 Millionen). Die überwiegende Mehrheit sind afrikanische Bevölkerungsgruppen mit über 90 verschiedenen Ethnien. Insgesamt fünf Millionen Menschen (hauptsächlich Südsudanesen, aber auch Nuba und Ingassana) sind wegen des Bürgerkriegs auf der Flucht. Die Hälfte davon ist in die südlichen Nachbarländer geflohen, die meisten von ihnen leben zur Zeit in Flüchtlingslagern in Nordkenia und Norduganda. Ihre Lebenssituation wird bestimmt von den Regierungen der Aufnahmeländer und von den Nichtregierungsorganisationen, die die Menschen in den Lagern betreuen.

Vertriebene Südsudanesen haben selten eine Wahl bei ihrer Suche nach Möglichkeiten zum Überleben. Häufig landen sie auch in den großen Flüchtlingslagern bei Khartoum. Das hat zu einer Flüchtlingsbevölkerung von ca. zwei Millionen Südsudanesen im Nordsudan geführt. Außer den südsudanesischen Flüchtlingen leben außerdem noch mehrere Millionen Binnenflüchtlinge (internally displaced people - IDPs) aus West- und Ostsudan im Norden, vor allem in Khartum.
hoxel