Identität und Religion im Sudan

Kulturabend...
Seit der Unabhängigkeit 1956 wurde von den nordsudanesischen Regierenden mit unterschiedlicher Härte eine Politik der Islamisierung und Arabisierung betrieben. Diese Bemühungen zur Assimilierung der nicht-arabischen und nicht-islamischen Gesellschaftsteile wurde teilweise mit politischer und meist auch militärischer Gewalt durchgesetzt. Das Ziel war und ist es, "ein Land mit einer Sprache, einer Religion und einer Kultur" zu schaffen.

in München.
Abgesehen von einer zehnjährigen Autonomie für Südsudan, haben die verschiedenen Regierungen versucht, die arabische Kultur und den islamischen Glauben im gesamten Sudan zu etablieren. Die islamischen Feiertage wurden im ganzen Land verbindlich und die arabische Sprache an allen Schulen als Unterrichtssprache eingeführt. Dieser Zerstörung ihrer Kulturen waren nur die Regionen nicht unterworfen, wo sich die Widerstandsbewegung behaupten konnte. Schlimme Auswirkungen sind dort zu beobachten, wo Regierungsmacht die Kultur der Menschen über lange Zeit hinweg bekämpfte. Wie sehr die Entfremdung von der eigenen Geschichte und Kultur das Leben und die Würde der Menschen beeinträchtigt, kann dort erlebt werden.

In Verwaltung und politischen Funktionen hatten Nordsudanesen immer ein erdrückendes Übergewicht. Von insgesamt 800 Verwaltungsposten, die direkt nach der Unabhängigkeit vergeben wurden, wurden nur acht mit Südsudanesen besetzt. Die staatliche Definition von Identität, die Gesetze wie auch die Machtverhältnisse in Verwaltung, Schulsystem, Wirtschaft, sogar die Bereitstellung von Infrastruktur zielen auf die Etablierung zweier Klassen von Menschen und Kulturen ab - einer arabischen und einer nicht-arabischen.

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