Die Nebenflüsse des Nils im Sudan

Maridi River
Im Südsudan münden zahlreiche Nebenflüsse in den Nil, die größten darunter sind der Yei und der Maridi River im Equatoria State, der Jur und der Tonj River im Bahr al Gahzal State sowie der Sobat River und der Bahr al Jabal, der Bergfluss, der etwa 160 km misst. Ab der Stadt Bor im Südsudan fließt der Bahr al Jabal durch die Sumpflandschaft des Sudd und der Bahr al Zaraf - der Giraffenfluß - durch den Upper Nile State. Der Sobat hat zwei Nebenflüsse - Baro und Pibor. Dinder, Rahad, Atbara und Gel (Rapari) sind die wichtigen Nebenflüsse des Nils im Norden des Sudan.

Es wird geschätzt, dass ca. 70% der gesamten Wassermenge des Bahr al Jabal, des Bergflusses, aus den Nebenflüssen stammt. Der Bahr al Jabal mündet in den See No (Lake No), welcher als Wasserreservoir gilt. Von hier ab heißt der Nil "Weißer Nil". Hydrologische Studien zeigten, dass der aus Äthiopien kommende "Blaue Nil" mehr als 70% des Nilwassers liefert, während aus dem Weißen Nil nur 30% stammen, da der Weiße Nil mehr als 60% seines Wassers durch Verdunstung während seiner Durchquerung der Sumpflandschaften des Sudd verliert.

Der Nil zeichnet sich durch ein charakteristisches periodisches Überfluten und Nachlassen seines Wasserpegels aus. In den Zeiten der Überflutungen wurden immer wieder verheerenden Auswirkungen auf die Menschen registriert. Besonders betroffen waren die Menschen am Nilufer, die jedesmal alles verloren, was sie angebaut hatten. Wenn das Nilwasser dann wieder dramatisch sank, d.h. der Nil nicht genügend Wasser für die Bewässerung der Felder lieferte, waren oft Trockenheit und Dürre die Folge, und die Menschen mussten wieder mit Hunger rechnen.
hoxel