Wirtschaft

a.) Landwirtschaft

Das Land ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt: Sorghum, Mais Bohnen werden in ländlichen Gebieten v.a. für den Eigenbedarf angebaut.

Es gibt aber auch große Gebiete, die von Großgrundbesitzern in Plantagen bewirtschaftet werden. In diesen Regionen wurden nach gewaltsamer Vertreibung und Enteignung der dort ansässigen Bevölkerung arabische Eliten angesiedelt. In diesen Plantagen wird für den Export produziert. Die Menschen aus dem Baumwollanbaugebiet im Gezira Scheme wurden bereits von den Briten vertrieben (Gezira galt lange Zeit als entwicklungspolitisches Muster). Aber auch Weizen, Mais und andere Nahrungsmittel werden auf diese Weise für den Export angebaut. Exportiert werden in erster Linie Gummi Arabicum, Rinder und verschiedene Bodenschätze. Die meisten Bodenschätze werden im Südsudan oder den angrenzenden Gebieten gefördert. Die Bedeutung der Landwirtschaft für die sudanesische Wirtschaft ist groß.

Nordsudan:

Hier überwiegt Kamel- oder Viehzüchterei und Bewässerungslandwirtschaft, teilweise mechanisiert mit Entwicklungshilfe (im Niltal und in den Nebentälern). Die Ölvorkommen liegen im Süden, werden aber von der Regierung (180.000 Barrel am Tag) gefördert und exportiert.

Südsudan:

Hier herrschen ein günstiges Klima und gute Bodenfruchtbarkeit; Getreide, Mais, Bohnen, Kaffee, Teak, Früchte und Gemüse werden angebaut. Wegen des Bürgerkriegs ist allerdings nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung Selbstversorgung möglich. Die Felder sind entweder vermint oder unzugänglich, da sie in Gebieten liegen, die häufig von Milizen überfallen werden.

b.) Ölförderung und Menschenrechte

Seit 1999 wird Erdöl aus dem Südsudan exportiert. Die Einnahmen werden nachgewiesenermaßen von der Regierung für die Finanzierung des Krieges verwendet. Ca. eine Million Dollar pro Tag fließen aus dem Ölgeschäft in die Kassen der Regierung. Es wird geschätzt, dass der Krieg die Regierung täglich ungefähr eine Million Dollar kostet.

Die Ölvorkommen in Bentiu, Upper Nile, haben sich für die Menschen als Fluch erwiesen. Die Regierung hat in den letzten zwei Jahren einen Genozid an der Bevölkerung verübt. Um die Ölförderung durch Firmen aus Kanada, China, Malaysia und dem Sudan reibungslos durchzuführen, wird die Bevölkerung systematisch vertrieben. Zum Schutz der Pipeline von Südsudan zum Hafen nach Port Sudan am Roten Meer sind in den südlichen Gebieten zehntausende chinesischer Soldaten bzw. Sträflinge stationiert.

c.) Europa und der Sudan

Die 'Charm Offensive' wurde in Europa, v. a. in Frankreich, Deutschland und Großbritannien positiv bewertet; europäische Konzerne fördern Öl im Sudan bzw.planen die Ölförderung oder investieren in anderen Bereichen. Es gibt in Europa und anderswo kaum Proteste dagegen, dass die Regierung das Land entvölkern wird, um es an die jeweilige Konzerne zu vermarkten.
hoxel